Fünf genuss- und kulturreiche Tage im Land der Franken
Kulmbach, die heimliche Hauptstadt des Bieres, war das Ziel der diesjährigen Wanderfahrt der Wandergruppe der SKG Gräfenhausen. Voller Erwartung auf die kommenden fünf Tage bestiegen 39 Wanderinnen und Wanderer am Mittwoch, dem 31. August, den Bus, der sie zunächst zu einer Stadtbesichtigung nach Bamberg bringen sollte. Bei der Frühstücksrast auf der Raststätte „Spessart“ gab es eine heitere Verwirrung: Wer ein Salamibrötchen wollte, musste in die Tüte mit dem Aufkleber „Schinken“ greifen, und die Schinkenliebhaber erhielten ihr Brötchen aus der Salamitüte.- Für eine Besichtigung der Weltkulturerbestadt Bamberg standen drei Stunden zur Verfügung. Der Kaiserdom mit dem berühmten Bamberger Reiter, das von der Regnitz umflossene Alte Rathaus, die ehemalige Fischersiedlung „Klein Venedig“ am Ufer der Regnitz und die vielen schönen alten Fachwerkhäuser dieser liebenswerten Stadt wurden bewundert. Ein Besuch der historischen, 1405 erstmalig erwähnten Rauchbierbrauerei „Schlenkerla“ durfte zum Abschluss nicht fehlen.- Der folgende Tag sah die Wanderschar zunächst bei einem kleinen Stadtbummel in der Kulmbacher Altstadt. Anschließend brachte der Stadtbus die Gruppe auf die hochgelegene imposante Plassenburg, dem Wahrzeichen der Stadt, in der sich das Zinnfigurenmuseum mit der größten Zinnfigurensammlung der Welt befindet. Für eine Besichtigung war leider keine Zeit, denn die erste Wanderung auf dem 10 Kilometer langen Ebersbacher Weg stand an. Bei dem heißen Spätsommertag waren dabei die schattigen Waldpfade sehr willkommen. Eine kühle Erfrischung bedeutete für manche Wanderfüße eine Kneippanlage, an der Rast gemacht wurde. Nach einer weiteren Stunde und Passieren der Kulmbacher Freizeitanlage mit dem großen Schwimmbad war das Tagesziel erreicht: Die Kommunbräu, die einigen Wanderern als Einkehr bei der Rückfahrt von einer früheren Wanderfahrt schon bekannt war. Bei süffigem Bernsteinbier und einem deftigem Abendessen endete der erste Wandertag. Die Rundfahrt am Freitag führte nach Bayreuth zu einer Führung im Festspielhaus auf dem „Grünen Hügel“, das nach Plänen von Richard Wagner im Original vorwiegend in Holzbauweise errichtet worden war. Beeindruckt waren die Besucher über die Fähigkeiten der eingefleischten „Wagnerianer“, die doch recht langen Opern auf den nicht gerade bequemen Stühlen auszuhalten, dauert doch z. Bsp. die „Götterdämmerung“ sieben(!) Stunden einschließlich zweimal eine Stunde Pause. Der Klang, der vom verdeckt spielenden Orchester auf indirektem Weg in den Zuschauerraum geführt wird, soll einmalig sein. Die Eremitage, einer der schönsten Barockgärten Deutschlands, war das nächste Ziel. Hier war Gelegenheit gegeben Kaffee zu trinken, einen Spaziergang durch die gepflegten Anlagen zu machen und sich die Wasserspiele anzuschauen. Danach folgte eine Rundfahrt durch die Fränkische Schweiz, vorbei an Pottenstein mit der Teufelshöhle und entlang dem Tal der Wiesent nach Gößweinstein, wo das Wahrzeichen, die Basilika „Zur heiligsten Dreifaltigkeit“ besichtigt wurde. Mit der Fahrt durch das idyllische Kleinziegenfelder Tal mit seinen Wacholderheiden und dem Standbild eines Radfahrers auf einem vorspringenden Felsen endete die Rundfahrt. Die erste Wanderetappe am Samstag betrug nur drei Kilometer und führte vom Hotel zum Mönchshof Bräuhaus. Unter dem Motto „Kultur und Genuss unter einem Dach“ sind im Gebäude drei Museen untergebracht: Das Bayerische Brauereimuseum, das Bayerische Bäckereimuseum und das erst im Oktober 2015 neu eröffnete Deutsche Gewürzmuseum, das besucht wurde. Bei einer langen, sehr ausführlichen Führung, die manchen Wanderer vorzeitig ermüden ließ, erfuhren die Gäste alles über diese kostbaren Substanzen, die einst aus dem Osten über Land und Wasser in die europäischen Handelsstädte kamen. Bei einem Frühschoppen im Biergarten des Bräuhauses mit einem Paar Weißwürsten, einer Brezel und einem kühlen Kapuziner Hefeweißbier wurde wieder Kraft für die nun kommende Wanderung geschöpft. Mit einem Bus ging es in das Naturschutzgebiet Mainaue, wo man nach einigem Nachfragen auf dem richtigen Weg zu einem interessanten Punkt auf der geographischen Landkarte Deutschlands war: Dem Zusammenfluss von Rotem und Weißem Main, die ab hier den Main bilden. Nach einer insgesamt 14 Kilometer-Wanderung, die zuletzt durch das Kulmbacher Industriegebiet führte, kam man wieder zurück zum Hotel. Bei Tanz und Musik von einem Alleinunterhalter, aufgelockert durch einen Sketch von Elfi Dageförde und Lilo Klamt, klang dieser letzte Abend fröhlich aus. Für die Rückfahrt am Sonntag war ein Zwischenaufenthalt in Veitshöchheim vorgesehen. Leider beendete Regenwetter die vergangenen sonnigen Tage, so daß man sich entschied auf der Autobahn zu bleiben und für einen kleinen Imbiss die Raststätte Riedener Wald anzusteuern. Für Planung und Organisation dieser erlebnisreichen Tage sprach Uli Mättner dem Wanderführer Walter Seibel im Namen der Teilnehmer herzlichen Dank aus. Klaus Pabst wurde für seine aktive Mithilfe bei der Unterstützung des Wanderführers gedankt und Elfi Dageförde erhielt Applaus für ihre zum Schmunzeln reizenden Beiträge am Tanzabend und während der Busfahrten. um