Ein denk(mal)würdiger Nachmittag

Die beiden Wanderführerinnen Waltraud Müller und Ellen Götz hatten schon einige Male die SKG-Wanderer zu Sehenswürdigkeiten in Darmstadt geführt. Für den Stadtspaziergang am Sonntag, dem 12. Februar, zu dem sich 47 Neugierige eingefunden hatten, war von ihnen dieses Mal Günter Körner als sachkundiger Darmstadtkenner engagiert worden, der den Lesern des Darmstädter Echos als Autor der in Darmstädter Mundart erscheinenden Kolumne „Riwwelmaddes“ bekannt ist. Bereits bei der Begrüßung am Schlossportal wies er auf die vier allegorischen Figuren über dem Portal hin, die die Treue, die Liebe, die Gerechtigkeit und den Überfluss symbolisieren. Auf dem Weg zu Darmstadts „gudd Stubb“, dem Herrngarten, zeigte er auf einen Kopf, der an der Vorderfront des Landesmuseums zu sehen ist, und der bisher keinem aufgefallen war. Es handelt sich um den früheren Hausmeister des Museums, Philipp Handschuh, der 1944 unter schwierigen Bedingungen zahlreiche Kunstwerke aus dem Museum gerettet hat. Im Herrngarten blieb man am Gedenkstein für das „Prinzesschen“ stehen, der Tochter des Großherzogs Ernst Ludwig, die bei den Darmstädtern sehr beliebt war aber bereits im Kindesalter verstarb. Weitere Stationen auf dem geschichtlichen Rundgang waren das Grabmal der Karoline, der „großen Landgräfin“, mit der von Friedrich II gestifteten marmornen Urne, das Goethe Denkmal, der Gedenkstein an Johann Heinrich Merck, einem frühen Freund und Förderer Goethes und nicht zuletzt der „Riwwelmaddes“, ein Denkmal, das an die Treue und Tapferkeit der Großherzoglich-Hessischen Truppen in den napoleonischen Befreiungskriegen erinnert und dessen seltsamer Name von Günter Körner erklärt wurde. Ein bereits voll erblühtes Schneeglöckchen auf der Wiese nebenan ließ die Wanderer an diesem kalten und windigen Tag auf den baldigen Frühlingsbeginn hoffen. Durch den Prinz-Georgs-Garten mit seinem Porzellanschlösschen führte der Weg ins Watzeviertel. Vorbei am Denkmal für Robert Schneider, einem bedeuteten Autor von Gedichten in Darmstädter Mundart, gelangte man zu Faselstall, der Behausung des Ebers, der dem Viertel seinen Namen gab. Waltraud Müller – man war nun im Martinsviertel angekommen – hatte zu Hause im Hof einen kleinen Umtrunk vorbereitet, der dankbar angenommen wurde. Mit dem Versprechen, die Gräfenhäuser Wanderer wieder mal zu Darmstädter Sehenswürdigkeiten zu führen, wurde Günter Körner mit viel Applaus verabschiedet. Durch die Kranichsteiner Straße spazierte dann die große Gruppe in langer Linie zur Schlussrast in das Restaurant Ziegelbusch, wo man sich bei Speis und Trank aufwärmte und den beiden Initiatoren dieses erlebnisreichen Nachmittages herzlich dankte. um